Minolta X300
Hurra, meine erste "richtige Kamera" (damals war ich 16 oder 17), gekauft natürlich mit einem Zoom-Objektiv 28-80 (von Beroflex - billig und gar nicht mal schlecht). Die X-300 war nie ein Topmodell: keine Programmautomatik, keine TTL-Blitzmessung. Aber ich war damals glücklich, und ich hab ja auch eine Menge schöner Fotos damit gemacht. Dann ist mir irgendwann auf den Geist gegangen, dass sie bei Kälte immer schlapp machte und ohne Batterien nicht zu gebrauchen war, und ich hab wieder mehr die Retinette benutzt, und auch die Agfa Optima, weil sie so schön klein war. Aber im Grunde ist die X-300 nicht schlecht, und in der Tat nehme ich sie in letzter Zeit ab und zu wieder zur Hand (so zum Beispiel für die Fotos auf diesen Seiten). Wegen der Bemerkung über die Temperaturempfindlichkeit bekam ich ein Protestschreiben eines zufriedenen X-300-Benutzers, der mit dem guten Stück erfolgreich am Polarkreis fotografiert hat. Vielleicht liegt's an meinen Lithiumbatterien (ich probier's jetzt mal mit Silberoxid), oder ich habe einfach nur Pech. Die Kamera ist als Einstiegsmodell durchaus durchdacht und weist alle wirklich unentbehrlichen Features auf. Natürlich vermisst man irgendwann die Schärfentiefe-Kontrolltaste, aber mancher vermisst sie auch nie ... Die Zeitautomatik gibt einem immerhin die Kontrolle über die Schärfentiefe, und die Zeitanzeige im Sucher über LED wünsche ich mir für alle Kameras. Im manuellen Modus blinkt die Zeit, die die Automatik einstellen würde und zeigt einem so, wie weit man von einer korrekten Belichtung entfernt ist. Das ist viel besser als die drunter-richtig-drüber-LED's vieler anderer Kameras (wie z.B. der Leica M6...). Es ist auch besser als die gute alte Zeigeranzeige, weil unter allen Lichtverhältnissen ablesbar. Verbraucht halt nur Strom... Der Sucher ist schön hell dank der "acute matte focusing screen", die zum ersten Mal in der Minolta XD eingesetzt wurde. Einstellscheibe mit Mikroprismenring, Schnittbild, und Mattscheibe. Nicht auswechselbar, aber ausreichend für die meisten Einsatzbereiche. Messwertspeicher und Selbstauslöser sind kombiniert in einem kleinen Schiebeschalter. Selbstauslöser mit bedienungsfreundlicher LED-Anzeige (8 sek. langsames Blinken, 1 sek. schnelles Blinken, 1 Sek. Dauerlicht - Peng). Das Gehäuse besteht natürlich überwiegend aus Plastik und ist dadurch schön leicht, was die Bereitschaft, die Kamera mitzunehmen durchaus erhöhen kann. Mit Normalobjektiv wiegt sie weniger als eine Yashica Electro (und ist nicht viel grösser) und natürlich viel weniger als eine SR-T. Und immerhin ist das Objektivbajonett aus Edelstahl. Modellvarianten: Die X-700 war das gehobene Modell, mit TTL-Blitzmessung, Abblendetaste und Programmautomatik. Die X-370 war das Nachfolgemodell und wird, soweit ich weiss, immer noch produziert. Die X-500 war irgendwo dazwischen. Es gibt auch eine chinesische Lizenzversion von Seagull. |
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