Minolta XD7

Objektiv Wechselobjektive mit Minolta SR-Bajonett.
Verschluss Vertikaler Lamellen-Schlitzverschluss (soweit ich weiss eine Gemeinschaftsentwicklung von Seiko und Leica. Manuelle Zeiten 1-1/1000, automatische 32-1/1000, X, "O" (1/100) und B. Selbstauslöser. X-Synchronisierung.
Belichtungs­messung Mittenbetonte Integralmessung mit Silizium-Fotodiode, TTL. Belichtungskorrektur +/- 2 Stufen. ASA 12 bis 3200. Zeit- oder Blendenautomatik sowie manueller Modus.
Fokussierung Einstellscheibe mit Mikroprismenring und Schnittbild.
Sucher Anzeige von eingestellter und automatisch gewählter Zeit und Blende, je nach Betriebsart.
Blitz Hot shoe, Blitzsynchronbuchse. X-Synchronisierung.
Film­transport Schnellspannhebel, Rückspulkurbel. Aufklappbare Rückwand.
Maße ca. 135/85/50 mm ohne Objektiv.
Batterie 2x SR44 o.ä.

Ohne mit meiner Minolta-SLR-Sammlung Vollständigkeit anzustreben: die musste ich noch haben...

Die XD-Serie ist ein weiteres Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Minolta und Leica in den 70er Jahren. Neben der CL / CLE Serie von Messsucher-Kameras und nach der XE, kam die XD 1976 als Schwestermodell zur Leica R4 auf den Markt (Ich kenne die R4 nicht und kann mich daher nicht im Einzelnen dazu äussern, was identisch ist und was nicht).

Mit der XE teilt die XD den vertikal ablaufenden Metall-Lamellen-Schlitzverschluss, und damit einen der leisesten Verschlüsse, die je in eine SLR eingebaut wurden (jedoch handelt es sich um eine gegenüber der XE völlig neue Konstruktion). Wenn es die Geräuschentwicklung durch den Spiegel nicht gäbe, wäre die Kamera so leise wie eine Sucherkamera mit Zentralverschluss. Schade eigentlich, dass Minolta keine Spiegelvorauslösung eingebaut hat, aber vermutlich war das damals schon nicht mehr marktgängig. Schliesslich wandte sich diese Kamera an den "gehobenen Amateurmarkt".

Um gleich bei den Macken zu bleiben (es sind nur zwei, dan fangen die Lobeshymnen an...): Ich würde mir noch wünschen, dass man die Mattscheibe auswechseln könnte. Nicht dass an der eingebauten "Acute-matte" Mattscheibe etwas auszusetzen wäre (im Gegenteil), aber mein Wunsch nach einer Gittermattscheibe wird leider auch bei dieser Kamera unerfüllt bleiben.

Was diese Kamera auszeichnet, sind die Vollständigkeit der Features (ausser den beiden oben erwähnten), die Bauqualität und die Belichtungsautomatik.

Bei dieser und (rätselhafterweise) nur bei dieser Kamera hat Minolta sowohl Zeit- als auch Blendenautomatik in ein Gehäuse eingebaut.

Die Zeitautomatik mit Blendenvorwahl funktioniert wie immer und steuert stufenlos Belichtungszeiten bis 32 Sekunden (Bei meinem recht frühen Exemplar, anscheinend gibt es da Unterschiede über die Modelllaufzeit). Die kürzeste Belichtungszeit ist 1/1000, was für damalige Verhältnisse normal ist. Der ein oder andere mag sich die 1/2000 oder 1/4000 wünschen, aber man kann von einer 25 Jahre alten Kamera nicht alles erwarten...

Die Blendenautomatik mit Zeitvorwahl steuert, ebenfalls stufenlos, passend zur vorgewählten Zeit die passende Blende. Der erreichbare Blendenbereich geht von 1.4 bis 32, was (fast) alle Minolta-MD-Objektive abdeckt. Dabei stellt man das Objektiv auf seine kleinste Blende, sagen wir f/22. Dann wird über eine zweite Nocke am Blendenring der Kamera eben dies gemeldet. Genau diese Nocke macht den Unterschied zwischen MC- und MD-Bajonett aus). Belichtungs­messung und Fokussierung erfolgen selbstverständlich bei offener Blende.

Soweit, so gut, aber das ist noch nicht alles: Stellt der Belichtungsmesser fest, dass keine passende Blende zur eingestellten Zeit gefunden werden kann, sucht er einfach eine andere Zeit und belichtet trotzdem richtig. Das ist zwar nicht wirklich eine Programmautomatik und wurde auch nicht so angepriesen (wohl auch weil das die Zielgruppe damals noch nicht gewollt hätte - zu amateurhaft?), aber es geht in diese Richtung.

Selbstverständlich gibt es auch einen manuellen Modus, wobei der Belichtungsmesser aktiv bleibt.

Die nötigen Informationen werden dem Fotografen im Sucher zur Verfügung gestellt. In Abhängigkeit vom Belichtungsmodus werden eingespiegelt:

Manueller Modus (M): Eingestellte Blende, eingestellte Zeit, und über eine Kette von 12 LED (Überbelichtung, 1/1000 bis 1/2, 1 bzw. Unterbelichtung) die von der Kamera errechnete "richtige Belichtungszeit". Zeitautomatik (A): Eingestellte Blende sowie über die LED-Kette die von der kamera gesteuerte Zeit. Blendenautomatik (S): Eingestellte Blende, eingestellte Zeit sowie über die gleiche LED-Kette der von der Kamera eingestellte Blendenwert (Über/32/22/16/11/8/5.6/4/2.8/2/1.4/Unter). Wählt die Kamera eine andere als die eingestellte Zeit leuchtet jeweils die Über- oder Unter-LED.

Diese Sucheranzeige verbindet komplette Information mit optischer Zurückhaltung, und die LED-Kette ist fast so intuitiv abzulesen wie eine analoge Nadel (ja, ich werde immer ein Fan von Nadelanzeigen sein...). Erstklassig.

Weitere Punkte in Sachen Ergonomie sammelt die XD bei den Bedienelementen. Das Zeitenrad sitzt um den Auslöser herum und ist bequem mit dem rechten Zeigefinger einzustellen, ohne die Kamera vom Auge zu nehmen, da es ein Stück über die Gehäusevorderkante vorsteht. Die Belichtungskorrektur sitzt auf der linken Seite und ist ebenfalls bequem mit dem - rechten - Zeigefinger einzustellen. Später hat man den Einstellhebel verlegt, um versehentliches Verstellen (z.B. in der Fototasche) zu vermeiden, das war IMHO kein Fortschritt. Blende und Entfernung werden (natürlich) am Objektiv eingestellt.

Der Auslöser ist ein flacher Knopf von ca. 10 mm Durchmesser und ermöglicht sehr feinfühliges und vibrationsarmes Auslösen, bei gleichzeitig durchaus vorhandenem Druckpunkt. Leichter Druck auf den Auslöser aktiviert die Belichtungs­messung, ansonsten hat die Kamera keinen Ausschalter. Der Auslöser hat trotz aller "Modernität" ein Standardgewinde für einen normalen, billigen Drahtauslöser.

Die XD7 hat eine Abblendetaste zur Kontrolle der Schärfentiefe (auch nicht selbstverständlich) und einen eingebauten Okularvorhang, der Streulicht auf dem Belichtungsmesser verhindern soll, wenn man die Kamera nicht am Auge hat. Sie hat auch einen mechanischen Selbstauslöser und ein Filmladesignal (in meinen Augen überflüssig, ich schau einfach, ob die Rückspulkurbel sich beim Film­transport mitdreht).

Wenn die Batterien alle sind, fällt natürlich der Belichtungsmesser aus und mit ihm alle Belichtungszeiten bis auf B. Damit man die Kamera trotzdem noch einsetzen kann, wurde die 1/100 Sekunde als mechanische Zeit eingebaut ("O"). Das reicht normalerweise bis zum nächsten Laden, wo es Batterien gibt, denn die XD verwendet die alltäglichsten unter den Fotobatterien, das Modell S76, SR44, 357 oder wie sie alle heissen. Silberoxidzellen sind immer zu empfehlen, aber Minolta erlaubt auch Alkali, und auch erfolgreiche Versuche mit Lithium (1 CR1/3 statt 2 Knopfzellen) wurden berichtet.

An Zubehör - ausser den Objektiven - gab es den Winder "D" und diverse Blitzgeräte. Die XD hat einen zweiten Kontakt im Blitzschuh, der in Verbindung mit Minolta-X-Systemblitzern die Zeit auf X einstellt und die Blitzbereitschaft im Sucher anzeigt. Fragt mich nicht, ich blitze so gut wie nie.

Modelle: In Amerika hiess die XD7 XD11. Die XD5 war ein abgespecktes Modell, wobei aber soweit ich weiss nur eher unwichtige Features fehlten.

Fazit: Die XD hat gute Chancen, meine Standardkamera zu werden.

Status März 2016: Denkste. Verkauft.

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Last modified March 21, 2016

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